Ein Unfall ist immer ein Schock — selbst wenn niemand verletzt ist. Damit Sie auch unter Stress nichts Wichtiges vergessen, hilft eine klare Reihenfolge. Folgende sieben Schritte sollten Sie kennen.
1. Unfallstelle sichern
Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck in ausreichender Entfernung (innerorts 50 m, außerorts 100 m, Autobahn 150–200 m) aufstellen.
2. Erste Hilfe leisten und Polizei rufen
Verletzten Personen Erste Hilfe leisten. Im Notfall die 112 wählen. Bei größerem Sachschaden oder unklaren Schuldverhältnissen die Polizei (110) hinzuziehen.
3. Beweise sichern
- Fotos vom Schaden, von beiden Fahrzeugen und der Unfallstelle aus mehreren Perspektiven
- Endposition der Fahrzeuge, Bremsspuren, Verkehrszeichen
- Kennzeichen, Marke, Modell und Versicherung des Gegners notieren
- Zeugen ansprechen und Kontaktdaten notieren
4. Personalien austauschen — keine Schuldanerkennung
Tauschen Sie Name, Anschrift, Telefonnummer und Versicherungsdaten aus. Wichtig: Unterschreiben Sie nichts vor Ort und geben Sie keine Schuldanerkennung — auch nicht aus Höflichkeit.
5. Eigene Versicherung informieren
Melden Sie den Unfall zeitnah Ihrer eigenen Versicherung. Bei einem unverschuldeten Unfall müssen Sie die gegnerische Versicherung kontaktieren — nicht umgekehrt.
6. Unabhängigen Gutachter beauftragen
Sie haben das Recht auf einen eigenen, unabhängigen Sachverständigen — bei unverschuldetem Unfall trägt in der Regel die gegnerische Versicherung die Kosten.
7. Reparatur erst nach Begutachtung
Lassen Sie das Fahrzeug erst reparieren, wenn der Gutachter den Schaden vollständig dokumentiert hat. Andernfalls wird die Beweisführung schwierig.

